Bärlauchbutter 

Ein Stück Butter mit einem halben guten Bund klein geschnittenem Bärlauch und Salz vermengen. Bärlauchbutter a la Schwiegerpapa! Köstlich!

„Die vom Weg Abgekommene“ – La Traviata zu Deiner Ehren

An jenem Tag als ich von Dir Abschied nahm, stand meine Zeit still, sehr still. Ich versuchte stark zu sein und nur wenig traurig, für Dich, weil Du immer gesagt hättest: „Ja weisste mein Schatz, so ist das nun mal!“ Das  dieses „so ist  das nun mal“ jetzt schon ist, das wollte und kann ich bis heute noch nicht verstehen. Omi, so wars nicht abgesprochen.  Der Tag Deines Abschieds war ein Fest, nahezu ein Fest für alle Sinne. Soviele Worte und jedes davon so würdevoll vorgetragen, Deine Musik, Musik die Dich am Leben hielt. Liebe Omi, sei gewiss, Deine Söhne haben sich so viel Mühe gegeben, Du wärst stolz. Du bist stolz. Nachdem wir noch ein langes Stück zusammen spazieren gegangen sind habe ich  Dir Adieu und Danke gesagt. Inmitten vieler Menschen, die Dich begleitet haben, stand ich da und mir rannen die Tränen übers Gesicht. Ganz war ich bei Dir in diesem Moment, ich schloss die Augen, atmete die kühle Luft, alle Menschen um mich herum waren verschwunden. Ausgeblendet, einfach weg. Ich stand nur neben Dir mitten im Licht der gleissenden Wintersonne und spürte plötzlich diese wohlige Wärme in mir aufsteigen. „Ist das nicht herrlich?“ hörte ich Dich flüstern und ich konnte Deine Hand, die 34 Jahre schützend über mir lag, loslassen. Ein komisches Gefühl, wie sie so leicht war, als schwebe sie davon.

Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich wohlige Wärme und tiefe Trauer im selben Moment gespürt. Das war einzigartig, und als ich Dir meinen Brief mit auf die Reise gab, stand ich nochmal ganz nah bei Dir,  mitten in der mich blendenden Sonne,  Sonne, wie Du sie liebtest, kühle Luft und warmes Licht, keine Hitze. Bis zu jenem Tag hielt ich mich für wenig spirituell oder esotherisch angehaucht, jetzt würdest Du herzhaft lachen, wenn ich das so schreibe, ich bin mir trotzdem ganz sicher, das dieser Moment unser ganz eigener Abschiedsmoment war. Ich bin so dankbar so empfunden zu haben, denn nur die Erinnerung daran, lässt meine Tränen auch heute noch nach ein paar Stunden wieder trocknen. Jedesmal wenn das Wetter so ist, wie im Moment, und dann doch plötzlich irgendwo ein blaues Band am Himmel zu sehen ist, dann muss ich lächeln und sehe Dich, die Wolken auseinander schieben und höre Dich sagen: „Glaubste das, jetzt ist hier aber mal Schluss!“ So oft klingen mir Deine Worte nach und sei Dir gewiss, wenn mich Dein Lebensende eines lehrt, dann sind es Deine letzten Worte an mich, eine Woche bevor Du dann einfach plötzlich vom Weg abkamst und ich nichts für Dich tun konnte: „Mach alles so, wie es für Dich und Deine kleine Familie richtig ist und wie es für Euch drei passt!“ Und genau das, liebe, stolze, wunderhübsche, lebenslustige Omi, genau das tue ich. Liebe Grüße auch an Opa, ich hoffe sehr es geht Euch gut. In tiefer Trauer, noch immer, mögen diese Zeilen Dich über die mir nicht sichtbaren Wellen, nach dort draussen, in die Wolken und ins Universum gelangen. Fang ihn auf, meinen zweiten Brief nach oben. Ich vermisse Dich so sehr!

Die Zitrone(n) des Tages

Als berufstätige Mutter schockt einen ja morgens auch irgendwann nichts mehr. Die Tage, an denen ich ausserplanmäßig erst um 10.15 statt 8:15 auf der Arbeit eintraf, zähle ich schon gar nicht mehr. Zum Glück scheint diese Spätsträhne wohl nun überstanden. Zum Glück weist mein Zeitkonto bis heute ein Stundenkontigent von +7 Stunden auf, ohne die ich wohl kaum die letzten Morgende und Arbeitstage überstanden hätte, ohne direkt über Nacht in mein Büro zu ziehen um die verlorene Zeit aufzuarbeiten.

Heute morgen nun, nach zwei Wochen Krankheit der ganzen Familie rauscht mir zunächst die Bahn vor der Nase weg. Auch das regt mich schon nicht mehr auf. Ungefähr zehn Morgende habe ich so schon verbracht, es ist halt wie es ist, kommt die nächste Bahn. Mit der fahre ich dann direkt nochmal Stadt einwärts, statt Stadtauswärts Richtung Berlin um dann zehn Minuten später wieder Stadtauswärts zu fahren. Schade, das es bei uns nie einen 10-Minuten S-Bahn Takt geben wird, der so eben wieder von ganz schlauen Leuten abgelehnt wurde. Danke. Fördert unglaublich die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit am Rade der Stadt Berlin.

Was also tun mit der freien Zeit in der Bahn. Auch diese Lücken habe ich inzwischen gelernt zu nutzen, anstatt mich darüber aufzuregen. Da hilft ein gutes Buch weiter, wozu ich sonst so selten komme. Mails lesen und Blog schreiben oder einfach noch 40 Minuten die Äuglein schließen.

Und so werde ich heute etwas unsanft auf der Hälfte meiner Strecke geweckt.

„Fahrkarte bitte“, raunzt es mich frontal an.

Und bing – da wusste ich, was ich heute morgen vergessen hatte, das Jobticket zu erneuern nämlich. Großartig. Ich erkläre den zwei wöchigen Krankheitsausfall und das ich deshalb nicht daran gedacht habe, das neue Ticket für Februar ins Portemonnaie zu basteln.

„Sieben Tage hamse Zeit das Ticket am Ostbahnhof vorzulegen!“

(Sie Schwerverbrecherin Sie)

Genau meine Richtung. Ostbahnhof.

„Ich hab das schon einmal per Mail mit Bild geschickt, geht das denn noch?“, frage ich den glatzköpfigen Mann mit den vielen Muskeln in der viel zu engen glänzenden grauen irgendwas  – Jacke.

„Kenn ick mich nicht mit aus, steht alles hier hinten druff!“

Toll. Berliner Freundlichkeit in seiner reinsten Form.

„So, tschüss dann und noch n schönen Tag!“

Ja danke, Du mich auch.

Nee doch, war schön heute morgen, so nach zwei Wochen. Ich habe es fast ein bisschen vermisst.

 

 

 

Wirklichkeit und Wunsch werden irgendwann wieder Freunde

Wer mich kennt, der weiss, das das Kochen und Ausprobieren neuer Rezpete bis vor etwa zwei Jahren meine große Leidenschaft war. Eigentlich ist sie es immer noch, doch mit Kleinkind habe ich verstanden: brich alles herunter auf so einfach wie möglich. Das fällt mir etwas schwer, wenn man wie ich, nicht unbedingt ein Fan der deutschen Küche ist, Tapas mehr mag als Schweinebraten und Nudeln mir schon zu den Ohren raus kommen. Auch hier, muss ich keine ausgefallene Aglio Olio neu erfinden, sondern es reicht eine schnöde Tomatensosse, ohne alles. Ich musste mich schwer überwinden, so einfach zu denken. Kinder lieben das aber. Kleine Kinder vor allem. Sie verstehen es noch nicht, wenn Mutti 2 Stunden an der Sosse feilt oder ein Bouef Bourgingon zum Niederknien nachkocht und dafür 4 Stunden den Herd bewacht wie die Glucke das Küken.

So überlege ich jedes Wochenende neu, was den Geschmacksnerv meiner lieben Thronfolgerin trifft. Wir wechseln derzeit zwischen Spinat und Ei, Nudeln und Fisch. Gelegentlich gesellt sich ein Rostbratwürstchen dazu oder ein Hackbällchen kullert zufällig über den Tisch. Alels andere kann ich eigentlich auch getrost im Supermarkt liegen lassen.

Klar, das spart jetzt unheimlich. Aber kommt es mir darauf an? Am Essen zu sapren? An guten Gewürzen? Guten Zutaten? Mein Gott, früher habe ich Huhn auf dem Türkischen Markt gekauft. Und heute? Heute reichen vier kleine Keulchen aus dem Supermarkt, da ja eh höchstens zwei davon von der Thronfolgerin verspeist werden. Gern spare ich Benzin, Wasser und Strom. Beim Essen hört der Sparspass bei mir allerdings auf. Dennoch komme ich also nicht umhin, feine, kleine einfache Dinge zu kochen. Und so möchte ich Euch heute ein Rezept vorstellen. Ihr findet es im Post „süss-saure-Eier“.

 

Alles Gute – kommt als Bild

Zum Jahreswechsel fiel mir auf, wie einfach „Frohes Neues“ verteilt wird. Ich glaube, allein nur bei Whats App habe ich gefühlte hundert Bilder Varianten mit Neujahrswünschen bekommen. Das persönliche Wort bei Whats App allerdings mit guten Wünschen zum Neuen Jahr, erhielt ich sage und schreibe ein einziges Mal. Es begann mit „Liebe Cati“. Darüber habe ich mich sehr gefreut und gedacht: wie schön, mal Kein Schwein mit Hufeisen um den Hals, mal kein Feuerwerksherz mit einer Feuerwerks 2016, was man halt schnell mal alles weiterleiten kann. Mal eben ein Bildchen ergoogelt um den 150 Whats App Kontakten mal eben schnell ein  gutes neues Jahr zu wünschen. Über mal eben schnell bitte mal eben schnell mal nachdenken. Danke.